Das Lipödem wird umgangssprachlich auch Reiterhosensyndrom oder Säulenbein genannt. Es handelt sich um eine symmetrische Fettgewebsvermehrung seitlich an den Hüften und Oberschenkeln. Auch Oberarme und im späteren Verlauf auch die Unterschenkel und Unterarme und der Nacken können betroffen sein. Je nach Schweregrad wird unterteilt in Typ I, bei dem die Fettgewebsvermehrung im Bereich von Gesäß und Hüften besteht, Typ II, bei dem das Lipödem bis zu den Knien reicht und sich Fettlappen im Bereich der Knieinnenseite bilden können und Typ III, bei dem das Lipödem von den Hüften bis zu den Knöcheln reicht. Bei Typ IV sind Arme und Beine bis zu den Handgelenken  bzw. Knöcheln  betroffen.

Die mit der Erkrankung einhergehenden Schwellungen aufgrund der Einlagerung von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem (Ödem) können mit Schmerzen und Druckempfindlichkeit sowie der Neigung zu blauen Flecken einhergehen. Im Verlauf kann auch durch die erhöhte Verletzlichkeit und Entzündungsbereitschaft des Fettgewebes das Lymphgefäßsystem geschädigt werden und somit die Ödembereitschaft erhöht werden. Man spricht dann auch von einem sog. Lipo-Lymphödem, dem Typ V mit vermehrter Wassereinlagerung in Hand- und Fußrücken sowie Fingern und Zehen. Auch bei den mit dem Lipödem einhergehenden Hautveränderungen werden verschiedenen Stadien unterschieden: Im ersten Stadium zeigt sich meist eine feinknotige Haut-oberfläche, umgangssprachlich auch Orangenhaut oder Cellulitis bzw. Cellulite genannt, während im zweiten Stadium die Hautoberfläche knotiger wird und größere Dellen aufweist, man spricht dann auch vom sog. Matratzenphänomen. Im dritten Stadium können sich schließlich sogar große, deformierende Hautlappen und -wülste bilden. Das Lipödem tritt fast ausschließlich bei Frauen auf, oft nach der Pubertät, einer Schwanger-schaft oder in den Wechseljahren (Klimakterium). Daher werden auch hormonelle Veränderungen als Ursachen vermutet ebenso wie eine genetische Veranlagung. Beim Lipödem handelt es sich nicht um eine Folge von Übergewicht und es kann durch generelle Gewichtsreduktion nicht oder nur wenig beeinflußt werden. Wie beim reinen Lymphödem ist sowohl beim Lipödem als auch insbesondere beim Lipo-Lymphödem die Komplexe Physikalische Entstaungstherapie (KPE) erfolgversprechend. In bestimmten Fällen kann auch eine operative Therapie mittels Fettabsaugung (Liposuktion) durchgeführt werden. Diese kann allerdings durch Zerstörung der oberflächlichen Lymphgefäße zu einem zusätzlichen Lymphödem führen. Daher sollte diese Therapie nur von entsprechend lymphologisch versierten Chirurgen oder Dermatologen durchgeführt werden.

 

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